Munich Marvels Softball Club e.V.

Christian Salz
Champions League 2018 in Minden
Minden, 21. Mai 2018 — ‚Ich war recht bescheiden, der Rest aber ok!‘

9 Marvels (Susanna, Judith, Betty, Thomas, Flo, Marco, Jens, Chris, Sultan) sowie Ex-Marvel Josef und die Legionäre Veronika und Gregor machten sich auf den Weg zur diesjährigen Champions League nach Minden. Auf dem Gelände der Minden Maniacs erwartete uns bereits Celina (with a C), bekannt von Easterball in Rimini. Der erste Eindruck wurde etwas getrübt von Maulwurflöchern in denen die Tinkl Twins schon am ersten Abend zu verschwinden drohten.

Im ersten Gruppenspiel gegen die Berlin Hangarounds gab es ein Wiedersehen mit Kai Lody, dem ‚Vater der Champions League‘, der als gegnerischer Pitcher auftrat. Für die Marvels pitchte Marco und konnte die gegnerische Offense erfolgreich im Zaum halten, sodass das Spiel mit 5-2 gewonnen werden konnte. Ein dickes Lob an den ‚Getränkeservice Betty‘, der gewisse Defizite des Ausrichters kompensierte (kein Trinkwasser während den Spielen, Sanitäranlagen waren abends geschlossen).

Im zweiten Spiel ging es gleich gegen den amtierenden Vizemeister, die Spartan Baboons. Für die Marvels stand Chris im Circle und konnte die hart schlagenden Dortmunder fast immer unter Kontrolle halten. Das hochqualitative Spiel wurde getrübt durch ein Hit-By-Pitch auf Josefs Knie. ‚Ambulanzdienst Betty‘ begleitete den Verletzten ins Krankenhaus, wo zum Glück keine ernsteren Schäden diagnostiziert wurden. Für Josef war die aktive Teilnahme am Turnier jedoch vorbei. Die Marvels verpassten im weiteren Spielverlauf wichtige Möglichkeiten zum Scoren, sodass das Spiel knapp mit 4-5 verloren ging.

Damit belegten die Münchner den 2. Platz in der Vorrunde und mussten anschließend gegen den Ligarivalen Erlangen White Sox ran. Hier erwischte die Defense der Marvels einen schlechten Start, angefangen bei Sultans Pitches. Auch ein Pitcherwechsel auf Marco konnte das Spiel nicht mehr drehen, da die Offense der Münchner gegen deren Pitcher Manu praktisch zum Erliegen kam. Das Spiel ging deutlich mit 4-13 verloren.

Im letzten Spiel um Platz 7 traf man auf die Crosshill Creeps einer illustren Multi-Kulti-Truppe aus Berlin in deren Reihen Flo bereits am Anreisetag einen Doppelgänger von Sultan ausmachen konnte. Spielerisch wie phylosophisch auf einer Wellenlänge entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die Münchner Defense um Pitcher Chris und Stimmungskanone Betty (die diesmal auch zum Einsatz kam) konnte die gegnerischen Runs auf 2 beschränken. In der Offense tat man sich aber auch schwer gegen einen Pitcher mit dem vielversprechenden Namen ‚Hollywood‘. Nach Ablauf der Spielzeit führten die Münchner mit einem Run, als im letzten Inning die frisch eingewechselte Judith im Rightfield den einzigen Flyball der Kreuzberger zum entscheidenden 3. Aus fangen konnte.

Beim anschließenden gemeinsamen Duschen in den - noch geöffneten - Sanitärräumen durften die (männlichen) Marvels noch den Rücken eines Creeps bewundern, der sich seine 2-stellige Spielernummer in Originalgröße hat tätowieren lassen. Eventuell eine Vorsorgemaßnahme für die drohende Spielernummernpflicht, die ab nächstem Jahr in der Champions League gelten soll? Coach Wolfgang Walter von den Cologne Travellers zumindest hatte im Finale auch nichts Besseres zu tun, als sich beim Umpire über die Kleiderordnung eines gegnerischen Spielers (gelbe Basketballshort zu ‚Affe in Tunika‘-Trikot) der Spartan Baboons zu beschweren. Das Rematch vom Vorjahr konnten die Cologne Travellers schließlich mit 11-5 für sich entscheiden. Und was München betrifft - der 7. Platz bei der Champions League klebt an den Marvels wie Pinetar an Greg Biggios Batting Helm.

Christian Salz